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Reden ist Gold - Schweigen ist Silber

Über den Umgang mit dem Tod

Umgang mit dem Tod

Der Tag unserer Geburt schließt automatisch ein, dass wir irgendwann diese Welt wieder verlassen müssen.
Jede Kultur hat einen eigenen Umgang mit dem Tod entwickelt.
In unserer westlichen Welt hat sich dieser im Laufe der Zeit stark verändert.
Früher wurde der Tod noch als Bestandteil des Lebens akzeptiert, die Kirche war der Mittelpunkt des Ortes, die Ansicht der Gebeine von Toten war alltäglich.
Später wurden die Friedhöfe vor die Tore der Stadt verlagert und der Tod wurde zunehmend zu einer Bedrohung für das Leben.
Anonyme Bestattungen nahmen zu, da das Geld für die Beisetzung fehlte.
Auf dem Land galten noch lange traditionelle Bestattungsriten. Der Tote wurde zuhause bis zum Begräbnis aufgebahrt, damit sich alle Verwandten und Bekannten verabschieden konnten. Zum Zeitpunkt des Todes wurden die Uhren angehalten, die Spiegel zugehängt, damit sich die Seele nicht verirrt und das Fenster geöffnet. Zuvor hat der Pfarrer den Sterbenden gesegnet und nach dem Tod ausgesegnet. Dann wurde der Sarg geschmückt, durch das Dorf bis zum Friedhof auf einem Karren gezogen und Nachbarn trugen ihn bis zum Grab. Die Hinterbliebenen gingen fast täglich zum Grab und schmückten es. Für ein Jahr wurde schwarze Kleidung getragen, dies dokumentierte die Trauer nach außen. Das gesamte Umfeld gab Unterstützung, zeigte Anteilnahme und half damit den Trauernden, schrittweise loszulassen.
Unsere moderne Kultur bietet keine gute Unterstützung im Angesicht des Todes, es ist ein Tabu-Thema in unserer „aufgeklärten“ Gesellschaft. Wir lernen nicht, zu trauern. Trauer wird versteckt, Trauer wird nicht angenommen, nicht durchlebt, sie wird nur allzu oft verdrängt.
Zum großen Schaden für unsere Psyche.
Viele moderne Menschen haben Angst vor dem Altern, vor Gebrechen, vor dem Tod. Wir sichern uns und unsere Angehörigen ab- durch Versicherungen, Parientenverfügungen, Vorsorgevollmachten... Doch vor dem Tod können wir uns nicht schützen, er ist unausweichlich.
Der schwierigste Weg ist, das Ereignis zu verdrängen, in blinden Aktionismus zu verfallen und den Schmerz mit Aktivitäten zuzudecken.
Stellen Sie sich Ihren Gefühlen, Ihrem Schmerz, Ihrer Ohnmacht und... suchen Sie sich professionelle Hilfe- dem Leben zu Liebe, Ihrem Leben zu Liebe.

Ihre Heidemarie Voigt


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