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Reden ist Gold - Schweigen ist Silber

Ich bin der Hauptverdiener in unserer Familie, doch der Job frisst mich auf. Wie kann ich meinem Mann erklären, dass ich das nicht mehr leisten kann?

Der Job frisst mich auf

Evolutionär gesehen, waren es immer die Männer, die das Geld verdient und die Familie ernährt haben. Seit wir versuchen, Gleichberechtigung und Emanzipation in unserer Gesellschaft umzusetzen, ist dieses altes Muster der Geschlechtertrennung und Rollenverteilung nicht mehr gültig. Junge Paare setzen sich sehr unter Druck, indem sie alles auf einmal wollen. Kinder, Karriere, Hausbau, 2 Autos, finanziell anspruchsvollen Urlaub usw. Sie verschulden sich dafür und begeben sich in ein „Hamsterrad“, welches sich zunehmend schneller dreht. Oftmals ist die Finanzdecke dünn, es gibt keine Rücklagen und bei Krankheit oder anderem Ausfall des Hauptverdieners gerät das Lebenskonzept in Schieflage.

Setzen Sie sich mit Ihrem Mann zusammen, nehmen sie sich die Kontoauszüge des vergangenen Jahres vor. Listen sie alle Ihre Ausgaben auf. Dann haben sie eine Summe, die monatlich gebraucht wird. Nun schauen sie, wo eingespart werden könnte. Doppelte Versicherungen, Mitgliedsbeiträge, unnötige Ausgaben, überarbeiten sie Ihr Einkaufskonzept von Luxus auf Notfall. Sprechen sie mit ihrer Bank über Laufzeitverlängerungen für Kredite. Schulden sie günstiger um. Bitten sie Eltern und gute Bekannte um begrenzte finanzielle Hilfe. Durch diese relativ kurzfristig durchzuführenden Aktionen gewinnen Sie Zeit, um sich gemeinsam mit der Familie Gedanken über Ihren weiteren beruflichen Werdegang zu machen. Ist die Situation sehr kritisch und Sie sind bereits am Ende Ihrer Kräfte, konsultieren Sie bitte unbedingt Ihren Hausarzt. In akuten Belastungssituationen zählt jeder Tag. Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit Ihrem Vorgesetzten, schildern Sie Ihre Situation. Haben Sie keine Scheu, um Hilfe zu bitten. Verschaffen Sie sich Freiräume, indem Sie familiär die auf Ihnen lastende Arbeit umverteilen. Holen Sie Eltern, Schwiegereltern, Freunde, die Kinder mit ins „Boot“. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alle gern helfen, wenn sie freundlich gefragt werden. Sein Sie sich bewusst, dass es insgesamt ein längerer Prozess ist, bei dem Sie lernen müssen, auf die Signale Ihres Körpers zu achten und mit großer Offenheit zu kommunizieren.

Ihre Heidemarie Voigt


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